Wissenswertes 

Orakel

Orakel bedeutet sowohl "Weissagung" als auch "Ort der Weissagung" und "Prophet". Befragt wurden vor allem die Götter Zeus und Apollo; die Antworten wurden den Fragenden gewöhnlich durch einen Priester oder eine Priesterin überbracht. Dabei konnten viele Dinge als Zeichen gedeutet werden, wie zum Beispiel das Windrauschen, der Vogelflug, Träume und vieles mehr.

Das berühmteste aller Orakel ist zweifellos das Orakel von Delphi. Es war eine berühmte griechische Pilger- und Weissagungsstätte des antiken Griechenlands. Untergebracht war es im Kellergewölbe des Apollon-Tempels in Delphi.

Delphi das ist nicht nur die antike Stadt in der altgriechischen Landschaft Phokis es ist (beziehungsweise war) seit dem achten Jahrhundert vor Christus der wichtigste Kultort des Apollons. Apollon, der Gott des Lichts, der Jugend, der Dichtung und der Musik, der Heilkunde und der Weissagung, wurde von den Griechen als die geistige Macht von Ordnung, Maß und Einsicht, als ein Gott der Reinigungen und Sühnungen verehrt.

Bekannt ist diese griechische Stadt, da sie durch ein hervorragendes Heiligtum Apollons und der wohl bedeutendsten Orakelstätte des östlichen Mittelmeergebietes ausgestattet ist. Somit galt Delphi durch seine Heiligtümer in der damaligen Zeit als Mittelpunkt der Erde. Diese Denkweise basiert auf einer überlieferten Legende:

Demnach hat Zeus einst zwei Adler ausgesandt, die in entgegengesetzter Richtung die Erde umkreisten. Als sie sich in Delphi trafen, wurde die Stadt zum Mittelpunkt der Erde erklärt. Apollon suchte sich diesen Ort als Wohnstätte aus, musste allerdings vor seiner Niederlassung den Drachen Python töten. Der erschlagene Drache wurde in eine Schlange verwandelt und hielt sich von da an stets in der Nähe der Gottheit auf. Auf Grund dieses Zwischenfalles wurde die Priesterin des Apollon "Pythia" genannt, um dieses ruhmreiche Ereignis nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Durch das Orakel von Apollon konnte Delphi nämlich seit dem 8. und 7. Jahrhundert v. Chr. auf nahezu allen griechischen Städte politischen und sozialen Einfluss ausüben, da besonders bei staatsrechtlichen Fragen wie Kolonisation oder die Entscheidung über Krieg und Frieden das Orakel zu Rate gezogen wurde.

Das Orakel von Delphi

Jeder, der eine Frage hatte, konnte nach Delphi und dort Pythia, der Priesterin Apollons, seine Frage vortragen. Dazu musste man in den Apollontempel, über dessen Eingang die Weisheit „Erkenne Dich selbst“ jeden Besucher ermahnen sollte. Die Verkündigungen der Priesterin, die durch ständig aufsteigende Gase in einen tranceartigen Zustand versetzt wurde, ermöglichte es den Menschen Kontakt zum Gott Apollon aufzunehmen, der ihnen bei Fragen und Problemen des Alltages Unterstützung durch Weissagung bieten sollte. Die Priesterin fungiert somit als eine Art Medium zwischen Mensch und Gottheit. Die Verkündigungen, die die Priesterin vom Gott selbst erhalten haben soll, wurden (nach der Darbringung eines Opfers) von anderen Priestern in Versform verkündet. Allerdings konnten die ersehnten Antworten, die Apollon über die Pythia gab, in den meisten Fällen missverstanden werden, da sie sehr kompliziert und abstrakt ausgedrückt wurden. Deshalb musste die Priesterin nach einer solchen Sitzung den Inhalt des Transferierten (übermittelte Nachricht) zu deuten versuchen.

Berühmtes Beispiel einer „missratenen Sitzung ist die des Königs Kroisos: Ihm wurde geweissagt, er werde ein großes Reich zerstören. Er missdeutete den Orakelspruch in dem Glauben, er werde im Krieg das Reich seines Gegners zerstören dabei es war sein eigenes Reich, dass er am Schluss in den Untergang führte. Und obwohl diese Art der Befragung sehr zweifelhaft anzusehen ist, vertrauten die Griechen stets auf diese Weissagungsform, da Apollon sowohl über die Vergangenheit als auch über die Zukunft informiert sein sollte.

Das Orakel von Delphi hatte (von 700 bis 500 vor Christus) große politische Bedeutung: es wirkte auf die Verfassung der griechischen Städte und viele politische Unternehmungen ein. Auf dem Ausgrabungsgelände befinden sich noch weitere Sehenswürdigkeiten: das Heiligtum der Athene, das Gymnasion und das Stadion, in dem die pythischen Spiele abgehalten wurden. Der dort sprudelnden Kastalischen Quelle werden heilende Kräfte nachgesagt – die alles sind Gründe, weswegen die Griechen Delphi für den Mittelpunkt der Welt hielten. Der Omphalos - Stein im Tempel des Apollon sollte den „Nabel der Welt“ symbolisieren - er ist neben vielen anderen Fundstücken von der Orakelstätte im nahe gelegenem Delphi-Museum ausgestellt, in das man nach einem Besuch der Ausgrabungsstätte auf jeden Fall gehen sollte.

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